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Dänemark

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Hauptseite » Staat » Dänemark

Dänemark (amtliche Bezeichnung Königreich Dänemark, dänisch: Danmark) ist ein Staat in Nordeuropa und ein Klientelstaat des Imperiums USA. Das Land ist Mitglied der EU und NATO. Dänemark verfügt mit Grönland über ein de-facto Protektorat.

Beteiligung an der Besatzung Deutschlands

Fast vergessen: Dänemarks Militär war nach dem Krieg jahrelang in Deutschland im Einsatz

Sie kamen aus den USA, aus dem Vereinigten Königreich, aus Kanada - aber auch aus Norwegen und Dänemark: In Nordwestdeutschland wurde unter den Besatzungs­soldaten nach dem Zweiten Weltkrieg auch Dänisch gesprochen. Wilfried Lagler über ein wenig bekanntes Detail der neueren Geschichte.

Heute ist es kaum noch allgemein bekannt, dass sich Dänemark und Norwegen während der Zeit der britischen Besatzungszone in Norddeutschland und der frühen Geschichte der Bundesrepublik Deutschland mit erheblichen Militär­kontingenten an Aufgaben im Zusammenhang mit dem Besatzungsregime beteiligt haben.

Dieser Einsatz ist umso bemerkenswerter, als beide Staaten gerade zuvor von 1940 bis 1945 unter der Besatzung durch das "Dritte Reich" zu leiden hatten.

Die Zahl der Zeitzeugen ist mittlerweile immer mehr zurückgegangen. Und lange Zeit gab es kaum leicht greifbare Literatur zu diesem besonderen Thema der unmittelbaren Nachkriegszeit. Erst in den 1990er-Jahren hat der norwegische Historiker Dirk Levsen (Vinstra) durch einige Aufsätze in deutscher Sprache Licht in dieses Dunkel gebracht - abgesehen davon, dass es schon früher einige zeitgenössische Veröffentlichungen von unmittelbar Beteiligten in dänischer und norwegischer Sprache gab. Sie wurden durch zwei Bücher zum Gedenken an den 50. Jahrestag des militärischen Einsatzes Dänemarks und Norwegens im Jahre 1997 ergänzt.

Einsatz in Deutschland war nach Kriegsende innenpolitisch umstritten

Was Dänemark betrifft, so hatte der damalige sozialdemokratische Staatsminister Vilhelm Buhl[wp] (1881 bis 1954) schon am 2. Oktober 1945 angedeutet, dass sich eine dänische Division an der Besetzung Deutschlands beteiligen könne. Nicht zuletzt sollte damit wohl auch zum Ausdruck gebracht werden, dass Dänemark gewissermaßen wie ein alliierter Staat betrachtet werden sollte. Hinzu kam, dass die britische Regierung in London Hilfe beim militärischen Wiederaufbau Dänemarks angeboten hatte.

Eine solche Hilfe war auch dringend nötig, war der dänische Staat nach dem Ende der deutschen Besatzungszeit von erheblichen wirtschaftlichen, finanziellen und organisatorischen Problemen beim Wiederaufbau geprägt. Hinzu kam noch der große dänische Einsatz bei der Versorgung von insgesamt etwa 245.000 deutschen Flüchtlingen, die in Dänemark bis 1949 zu versorgen waren. Daher war ein dänischer Militäreinsatz in Deutschland innenpolitisch auch nicht unumstritten.

Lieber nicht nach Schleswig-Holstein: Dänische Soldaten nach Ostfriesland

Es dauerte jedoch noch bis Juni 1947, bis eine dänische Brigade nach Deutschland entsandt werden konnte. Wegen der aufgeheizten Stimmung wegen der deutsch-dänischen Minderheiten im Grenzland Schleswig kam die Stationierung der dänischen Soldaten in Schleswig-Holstein zunächst nicht in Frage. Daher wurden andere Orte für die Stationierung gewählt, nämlich in und um Ostfriesland: Jever, Oldenburg, Emden, Aurich, Varel und Wilhelmshaven.

Norwegen stationierte ab Februar 1947 ein Kontingent von etwa 4.000 Soldaten zunächst an verschiedenen Orten in Niedersachsen und zwar im Harz. Nachdem die Ost-West-Spannungen zugenommen hatten, zog Norwegen dieses Militärkontingent im Sommer/Herbst 1948 nach Schleswig-Holstein zurück und stationierte die Soldaten in Flensburg, Husum, Itzehoe und Kiel-Holtenau.

Die Dänische Brigade in Deutschland war Teil der britischen Besatzungstruppe in Norddeutschland, die im Sommer 1947 im nordwestlichen Niedersachsen stationiert war. 1949 wurde die Truppe nach Itzehoe in Schleswig-Holstein verlegt und von rund 4.000 Mann auf 1.400 Mann reduziert. Mit dem Umzug nach Itzehoe änderte die Brigade ihren Namen in "Das dänische Kommando in Deutschland". Das Kommando wurde 1958 abgezogen, nachdem etwa 45.000 dänische Soldaten unter ihm gedient hatten.

1949: Dänisches Deutschland-Kontingent zieht nach Itzehoe

Der Sitz des Militärkommandos befand sich in Neumünster bzw. Rendsburg. Im Zusammenhang mit dem Rückzug der norwegischen Soldaten nach Schleswig-Holstein verlegte Dänemark sein Kontingent in reduzierter Zahl 1949 ebenfalls dorthin und stationierte seine Soldaten in der holsteinischen Stadt Itzehoe im dortigen Kasernenbereich am "Langen Peter". In Itzehoe waren allerdings schon lange Zeit vorher - bis 1863 - dänische Soldaten im Einsatz, wie in einer 1952 erschienenen Veröffentlichung von Ole Brusendorf zu lesen ist ("Soldater i Itzehoe gennem 1000 aar. Udgivet af Det danske kommando i Tyskland").

Dieser frühe dänische und norwegische Militäreinsatz stand damals bereits im Vorfeld der Beteiligung beider Staaten an der 1949 gegründeten NATO. Er deutete lange Zeit einer Politik der Neutralität[wp] und des Pazifismus[wp] zugunsten einer stärkeren westeuropäisch-atlantischen Orientierung an, zumal es nicht zu einer zunächst geplanten Verteidigungsunion der skandinavischen Staaten kam.

Ausflüge in die Umgebung

Das Verhältnis der dänischen und norwegischen Soldaten zur Bevölkerung in Niedersachsen und Schleswig-Holstein war überwiegend freundlich, jedenfalls sind Konflikte oder Zusammenstöße nicht bekannt. In ihren Stationierungsorten bestimmten die dänischen und norwegischen Soldaten für einige Jahre das lokale Alltagsleben mit.

Soweit mir bekannt ist, wurde etwa den dänischen Soldaten neben ihren militärischen Aufgaben auch Gelegenheit gegeben, auf Ausflügen Land und Leute etwas näher kennenzulernen. Der Theologe und spätere Dozent für Kirchengeschichte an der Universität in Kopenhagen, Jørgen Pedersen (1919 bis 1997), der als dänischer Offizier in Itzehoe Dienst tat, veröffentlichte 1950 sogar einen kleinen Reiseführer für seine Kameraden ("Paa Rundtour i Holsten og det sydligste Slesvig. Udgivet af Det Danske Kommando i Tyskland", Itzehoe: Christiansen).

Im Gespräch mit mir erzählte er gern von seinen Erlebnissen in Itzehoe und Umgebung. So konnte er sich beispielsweise auch später noch köstlich darüber amüsieren, dass an der Tür von Schloss Breitenburg in Itzehoe, in dem eine Zeit lang auch Flüchtlinge untergebracht werden mussten, ein Schriftzug zu lesen war: "Graf Rantzau, bitte dreimal klingeln".



Der Verfasser hat 1981 in Kiel über die Minderheiten­politik der schleswig-holsteinischen Landesregierung promoviert und war bis 2019 an der Universitäts­bibliothek Tübingen tätig.

– Wilfried Lagler[1]

Dänemark und die "russische Bedrohung"

Für nicht-westliche politische Beobachter waren die letzten Tage unterhaltsam, denn während die USA Dänemark wegen Grönland offen mit militärischer Gewalt gedroht haben, haben die europäischen Politiker mit Warnungen vor der "russischen Bedrohung" Grönlands reagiert und zum Schutz sogar eine Handvoll Soldaten nach Grönland geschickt, was allerdings nicht den angeblichen Gegner Russland verärgert hat, sondern den "Verbündeten" USA, der umgehend mit Sanktions­drohungen gegen seine europäischen "Verbündeten" reagierte.

Die Besessenheit von einer angeblichen russischen Bedrohung ist seit Jahrzehnten ein ständiger Begleiter der dänischen Regierung, obwohl Russland nie irgendwelche Drohungen gegen Dänemark ausgesprochen hat und obwohl Dänemark nicht einmal mit der Befürchtung argumentieren kann, Russland könnte Dänemark entlang einer gemeinsamen Grenze angreifen, schließlich liegen hunderte Kilometer Meer zwischen allen russischen und dänischen Küsten.

Ein russischer Analyst hat die Gründe für die dänische Politik analysiert und ich habe seinen in der TASS erschienen Artikel übersetzt.

Zitat: «"Arktische Trittbrettfahrer": Die Paradoxien der dänischen Wahrnehmung der "russischen Bedrohung"

Nikita Beluchin darüber, warum Kopenhagen von der Konfrontation mit Moskau besessen ist.

Bei seinem Versuch, Grönland in die Finger zu bekommen, war Donald Trump sich nicht zu schade, zu behaupten, dass die gesamte NATO von Russland oder China bedroht würde, sollten die USA die Insel nicht bekommen. Es seien Moskau und Peking, die Grönland beherrschen wollten, und Dänemark könne nichts dagegen tun.

Obwohl Kopenhagen erklärte, es seien keine russischen oder chinesische Schiffe in der Region, folgte schnell eine Rhetorik, die mit der amerikanischen Position übereinstimmte. So erklärte beispielsweise Generalmajor Søren Andersen, Chef des dänischen Arktiskommandos in Grönland, schon Mitte Januar in einem Reuters-Interview, die dänische Armee konzentriere sich gezielt auf die Abwehr potenzieller russischer Aktivitäten, nicht auf die der USA.

Dänemark sei besessen von der Konfrontation mit Russland, was eine Zusammenarbeit beider Seiten unmöglich mache, sagte Wladimir Barbin, der russische Botschafter in Dänemark, in einem Interview mit der TASS.

Das zeigt sich an Vielem.

Ukraine

Seit Beginn der Militäroperation hat Dänemark eine aktive Rolle als ideologischer und militärischer Unterstützer der Ukraine eingenommen und sich bemüht, in den tranatlantischen Strukturen für sie einzutreten. Der dänische Außenminister Lars Løkke Rasmussen bekräftigte diesen langfristigen Kurs bereits im Juli 2023 gemeinsam mit seinen Amtskollegen aus den nordischen und baltischen Ländern. Bezeichnenderweise orientiert sich die dänische Diplomatie in ihrer Ukraine-Politik deutlich an den Erfahrungen der 1990er und frühen 2000er Jahre, als Kopenhagen maßgeblich für den raschen Beitritt der ehemaligen baltischen Sowjetrepubliken zur NATO und zur EU eintritt.

Mehr noch, die dänische Führung fordert konsequent maximale militärische Unterstützung für Kiew, das Ende jeglicher Beschränkungen für den Einsatz westlicher Waffen durch die ukrainischen Streitkräfte und einen Übergang zum von Kopenhagen propagierten "dänischen Modell" (Direktinvestitionen in ukrainische Rüstungsbetriebe oder deren Ansiedlung in Dänemark). Nach Angaben von Ende Januar 2026 hat Dänemark Kiew zwischen 2022 und 2025 bereits 29 Militär­hilfe­pakete zukommen lassen.

Woher diese Haltung?

Auf der "richtigen" Seite der Geschichte

In Dänemark ist die Einschätzung der Realität der von Russland ausgehenden Bedrohung oft doppeldeutig. So erklärte beispielsweise Thomas Arenkiel, der Chef des Militärgeheimdienstes, im Oktober 2025, eine umfassende militärische Aggression Moskaus sei äußerst unwahrscheinlich, allerdings sei es Russlands Aufgabe, Kopenhagen davon zu überzeugen, dass diese Gefahr ständig über dem kleinen nordeuropäischen Land schwebe, das strategisch günstig am Eingang zur Ostsee liegt. Für die dänische Führung, wie auch für die anderer europäischer Länder, hat sich die Grenze zwischen Frieden und Krieg verwischt und sie gehen davon aus, unter den Bedingungen einer andauernden, vielschichtigen Krise agieren zu müssen. Das erklärt die Härte und Unnachgiebigkeit der dänischen Position.

Die Rede des dänischen Ministerpräsidenten Anders Fogh Rasmussen[wp] vom 29. August 2003, in der er die Politik der Kollaboration des Zweiten Weltkriegs verurteilte, leitete den Versuch einer "moralischen Säuberung" der dänischen Außenpolitik ein und schürte in den Kreisen der Eliten die tiefsitzende Angst, auf der falschen Seite der Geschichte zu stehen.

Rasmussen gab damals zu, dass Dänemark sich den Forderungen der deutschen Regierung nicht nur möglichst gut angepasst, sondern sich aktiv an die neue (vor allem wirtschaftliche) Realität angepasst und sich gewissenhaft auf den Sieg Nazideutschlands vorbereitet habe. Der dänische Ministerpräsident zog den Schluss, man müsse die eigenen Fehler wiedergutmachen und fortan aktiv für Freiheit und Demokratie kämpfen. Auf diesen Werten begründete er beispielsweise Dänemarks Beteiligung an den Einsätzen in Afghanistan, Irak, Libyen und Syrien.

Was die Ukraine betrifft, wird die Rationalität der Position zunehmend infrage gestellt, insbesondere weil dem dänischen Staatshaushalt die Mittel für die eigene Aufrüstung fehlen. Wenn die heutige Ministerpräsidentin Mette Frederiksen[wp] sagt, das "wichtigste Ziel sei Russland eine militärische Niederlage zuzufügen", scheint sie zu vergessen, dass Kopenhagen selbst dafür plädiert hat, dass die Meinung der Bevölkerung in den Grenzregionen bei der Ziehung von Grenzen zwischen Staaten gebührend berücksichtigt werden sollte (wie im Fall von Südjütland und Südschleswig 1920). Offensichtlich vergisst Dänemark (wie Deutschland) im Ukraine-Konflikt die positiven und konstruktiven Erfahrungen, die es selbst bei der Lösung territorialer und nationaler Konflikte gesammelt hat (die Erklärungen von Kopenhagen und Bonn vom 29. März 1955, die die Rechte der deutschen Minderheit in Dänemark und der dänischen Minderheit in Deutschland regelten). Ist der Grundsatz, dass die Zugehörigkeit zu einer bestimmten Kultur und Nationalität frei ist und nicht von Regierungen überprüft oder in Frage gestellt werden kann, völlig in Vergessenheit geraten?

Die Hybridisierung der "russischen Bedrohung"

Ein weiteres Paradox ist, dass die militärpolitische Lage heute unberechenbarer ist, obwohl das militärische Potenzial im Baltikum und in Nordeuropa insgesamt deutlich geringer ist als während des Kalten Krieges. Viele Kontrollmechanismen und vertrauensbildende Maßnahmen im militärischen Bereich funktionieren nicht mehr. Damit startet ein Prozess der Legitimierung radikaler Schritte, die zuvor undenkbar schienen, und beschleunigt die Ausweitung der Konfrontation auf immer neue Bereiche.

So billigte die Führung der dänischen Streitkräfte im Frühjahr 2024 ein Konzept für die Seekriegsführung (wenn auch nicht als erste, Frankreich hatte dies beispielsweise bereits im Februar 2022 getan). Im September 2025 kündigte Kopenhagen, seinen nordischen Nachbarn folgend, Pläne zum Kauf von "Langstrecken- und Präzisions­waffen" an, um "Bedrohungen weit jenseits der dänischen Grenzen aktiver zu bekämpfen". Diese Entscheidungen befeuern die Eskalation und Destabilisierung der regionalen Sicherheit in der Ostsee. Dabei können sie nichts an der grundlegenden Tatsache ändern, die Konteradmiral Niels Wang, Chef der dänischen Militärakademie, bereits 2017 feststellte: "Es ist wichtig zuzugeben, dass das dänische Militär Dänemark nicht allein verteidigen kann. Das konnte es nie und wird es auch nie können."

Obwohl Dänemark ständig die angebliche Bedrohung der Umwelt durch Russlands "Schattenflotte" beschwört, scheint es zu vergessen, dass es bei der Modernisierung seiner Spezialschiffe zur Bekämpfung der Verschmutzung der Meere deutlich im Rückstand ist. Verteidigungs­minister Nick Håkkerup[wp] merkte beispielsweise schon 2012 an, dass die vorhandenen Schiffe zu abgenutzt und im Notfall nutzlos wären. Dennoch investiert Dänemark Gelder in die Unterstützung des Kiewer Regimes und militärische Maßnahmen, anstatt in die Sicherheit der Umwelt in einer für den internationalen Handel so wichtigen Region.

Zwischen Ostsee und Arktis

Insgesamt hat sich die dänische Armee seit den 1990er Jahren eher zu einem Instrument der Außenpolitik als zu einem Mittel zur Verteidigung des eigenen Landes entwickelt. Die Abkommen in diesem Bereich (die Parteien im Parlament in der Regel nur für wenige Jahre abschließen) wurden immer politisierter und subjektiver.

Zwar setzt das dänische Parlament, das Folketing, seit den späten 1980er Jahren alle zehn Jahre Sonder­kommissionen ein, um strategische Veränderungen in der internationalen Sicherheit zu bewerten, doch basieren die letzten Verteidigungs­planungen (für 2018-2023 und die aktuelle für 2024-2033) ausschließlich auf den allgemeinen außen­politischen Prioritäten. Sein bescheidenes nationales militärisches Potenzial versucht Dänemark oft, durch ein hohes Maß an außenpolitischer Aktivität zu kompensieren. Seine PR-Strategie sorgt dafür, dass selbst sein geringer militärischer Beitrag hohe Aufmerksamkeit erregt.

Unter Trumps Druck wegen Grönland sind die ohnehin schon - gelinde gesagt - "kompakten" dänischen Streitkräfte gezwungen, sich zwischen der Ostsee und der Arktis zu zerreißen. Während des Kalten Krieges ermöglichte "die grönländische Trumpfkarte" der dänischen Regierung, bei der NATO-Mitgliedschaft zu sparen, indem sie die Verteidigungsausgaben niedriger hielt, als der Durchschnitt des Bündnisses. Washington ging damals davon aus, dass Grönlands strategische Bedeutung in jedem Fall höher sei als die geringen militärischen Anstrengungen des dänischen Verbündeten. Inzwischen ist Dänemark jedoch innerhalb des Bündnisses faktisch zum arktischen Trittbrettfahrer geworden.

Selbst als dänische Militäranalysten Anfang der 2010er-Jahre immer öfter schrieben, dass die Arktis mit dem Abschmelzen des Eises und der verbesserten Transportmöglichkeiten selbst immer mehr zu einem potenziellen Kriegsschauplatz werde, verschob die dänische Führung die Modernisierung ihrer Arktis-Marine. Das Hauptquartier des dänischen Arktiskommandos befindet sich beispielsweise noch immer in einem ehemaligen Gebäude des Garnelenunternehmens Royal Greenland. Erst im Rahmen des jüngsten Verteidigungs­abkommens vom Oktober 2025 wurde beschlossen, eines modernen, spezialisierten Komplexes zu bauen.

Dabei sind die Möglichkeiten zur Nutzung der kollektiven Ressourcen der NATO alles andere als unbegrenzt. Das ist mit ein Grund, warum es auf Bündnisebene so schwierig ist, die Arktis in die gesamtmilitärische Planung einzubeziehen oder eine separate NATO-Mission für Grönland zu schaffen, da dieses Gebiet spezialisierte Einheiten, spezielle militärische Ausrüstung und Infrastruktur erfordert. Angesichts der Verschwendung von Ressourcen, zahlreicher Engpässe in der Funktions­fähigkeit nationaler Streitkräfte und der schwindenden transatlantischen Solidarität - unter Berücksichtigung des Faktors Trump - nehmen Dänemarks Ängste und Nervosität weiter zu und drängen das Land zu neuen, radikalen und unüberlegten Schritten.

Diese Idee hat Sverre Diesen, der ehemalige Oberbefehlshaber der norwegischen Streitkräfte von 2005 bis 2009, in seinem 2023 erschienenen Buch "Krieg, Konflikt und militärische Macht" anhand der norwegischen Militärplanung eindrücklich dargelegt: "Das Bündnis könnte daher unentschlossen sein, Artikel 5 als ersten Schritt zu aktivieren, wenn eine Krise in einem Gebiet entsteht, für das es eine begrenzte Verantwortung hat. In solchen Fällen werden die Maßnahmen unserer wichtigsten Verbündeten, mit denen wir neben der Mitgliedschaft im Bündnis auch bilaterale Abkommen haben, insbesondere der USA, entscheidend sein. Geht es hingegen um einen größeren Konflikt, an dem Norwegen beteiligt ist, werden Zweifel an der Anwendung von Artikel 5 wahrscheinlich geringer sein, stattdessen könnte es einen Wettstreit darüber geben, wo die alliierte Verstärkung eingesetzt wird. Aus der äußeren Sichtweise unserer Verbündeten muss die Unterstützung Norwegens sowohl politisch wichtig als auch militärisch machbar erscheinen."

Unter diesen Umständen ist, so paradox es auch klingen mag, die größte Bedrohung für die Sicherheit der dänischen Führung und der nordischen Länder insgesamt nicht so sehr ein potenzieller groß angelegter Konflikt zwischen Russland und der NATO (der die Arktis, Nordeuropa und das Baltikum umfassen würde), sondern vielmehr ein begrenzter Konflikt an der baltischen und arktischen Peripherie des Bündnisses.»[2]

– Anti-Spiegel[3]

Dänemark und die Zwangsverhütung bei Grönländerinnen

Die dänische Ministerpräsidentin Mette Frederiksen[wp] hat sich im Namen des dänischen Staates bei den Grönländerinnen entschuldigt, denen ohne ihr Einverständnis Spiralen zur Schwangerschafts­verhütung eingesetzt worden sind. "Wir können nicht ändern, was geschehen ist. Aber wir können Verantwortung übernehmen", sagte Frederiksen laut einer Mitteilung.

Zwangsverhütung ohne Zustimmung

Vor einigen Jahren wurde bekannt, dass dänische Ärzte vor allem in den 1960er und 1970er-Jahren grönländischen Frauen und Mädchen ohne deren Einverständnis Spiralen eingesetzt haben. Dem dänischen Institut für Menschenrechte zufolge waren einige der Grönländerinnen erst 12 Jahre alt. Es besteht der Verdacht, dass die dänischen Behörden damit das Bevölkerungswachstum in Grönland begrenzen wollten.

Grönland räumt eigene Fehler ein

Dänemark war bis 1992 für das Gesundheitswesen in Grönland verantwortlich. Mittlerweile ist das Land in der Arktis weitgehend autonom, gehört aber offiziell weiterhin zum Königreich Dänemark.

Nach Ansicht des Instituts für Menschenrechte geschehen auch heute noch in Grönland Eingriffe zur Schwangerschafts­verhütung ohne die Zustimmung von Mädchen und Frauen. Der grönländische Regierungschef Jens Frederik Nielsen[wp] entschuldigte sich laut der Mitteilung für alle Fälle, in denen Frauen seit der Übernahme des Gesundheitswesens durch den grönländischen Staat Spiralen eingesetzt oder andere Eingriffe ohne deren Einverständnis vorgenommen wurden.

Betroffene Frauen fordern Entschädigung

2022 leiteten die dänische und die grönländische Regierung eine Untersuchung des Spiralen-Skandals ein, die im September dieses Jahres abgeschlossen sein soll.

Anfang 2024 haben 143 Grönländerinnen, denen unfreiwillig Spiralen eingesetzt wurden, den dänischen Staat wegen der Verletzung ihrer Menschenrechte verklagt. Sie fordern jeweils eine Entschädigung in Höhe von 300.000 dänischen Kronen (etwa 40.000 Euro).

– Gyn-Community[4]

Einzelnachweise

  1. Wilfried Lagler: Fast vergessen: Dänemarks Militär war nach dem Krieg jahrelang in Deutschland im Einsatz, Nordschleswiger am 4. Januar 2025
  2. Арктический безбилетник": в чем парадоксы восприятия "российской угрозы" в Дании, ТАСС/TASS am 26. Januar 2026
    Anreißer: Никита Белухин - о том, почему Копенгаген маниакально заряжен на конфронтацию с Москвой
    Deutsch: "Arktischer Schwarzfahrer": Die Paradoxien der Wahrnehmung der "russischen Bedrohung" in Dänemark
    Nikita Beluchin über die Gründe für Kopenhagens manische Konfrontationshaltung gegenüber Moskau
  3. Thomas Röper: "Arktische Trittbrettfahrer": Warum Dänemark von der "russischen Bedrohung" besessen ist, Anti-Spiegel am 27. Januar 2026
    Anreißer: Die dänische Regierung gehört zu den lautesten Warnern vor der angeblichen "russischen Bedrohung", was sogar noch dann galt, als es die USA und nicht Russland waren, die Dänemark wegen Grönland offen bedroht haben. Was sind die Gründe für diese dänische Besessenheit?
  4. Spiralen-Skandal: Dänemark entschuldigt sich offiziell, Gyn-Community am 29. August 2025
    Anreißer: Ohne Zustimmung wurden grönländischen Frauen und Mädchen ab den 1960er-Jahren Spiralen eingesetzt - teils im Kindesalter. Nun hat sich Dänemarks Regierung offiziell entschuldigt. Auch Grönlands Regierungschef räumt Versäumnisse ein. 143 Betroffene klagen auf Entschädigung.