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Sklavenzentrale

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Sklavenzentrale
Logo - Sklavenzentrale.jpg
Beschreibung Internet-Community
Sprachen Deutsch, Englisch
Online seit Oktober 2003
Status Aktiv
Weitere Infos
Registrierung Empfohlen
Kommerziell ja
Betreiber Netfield-Media S.L., Spanien

Die Sklavenzentrale versteht sich als "Öffentliche Registrierungsstelle und Community für D/S- und BDSM-Interessierte".

Eigendarstellung

Geschichte

Die Sklavenzentrale wurde im September 2003[1] von den Szene-Fotografen Sir X und Magic Zyks ins Leben gerufen. Sir X, Software-Entwickler, und Magic Zyks, der als Creative Director für eine Düsseldorfer Werbeagentur arbeitete, starteten das Projekt laut ihrem Mission Statement zunächst als eine Art "Registrierungs­stelle" und Partnerbörse[wp] für Submissive. Heute sind beide als Programmierer, Designer und Berater für die Community tätig.

Zitat: «Der Gründungsgedanke bestand darin, über die öffentliche "Registrierung" des submissiven Partners (in unserer Terminologie "Sklave oder Sklavin") mit einer unverwechselbaren Registrierungs­nummer die eigene SM- oder D/s-Beziehung öffentlich sichtbar zu machen und so gegenüber anderen und sich selbst zu manifestieren.[1]»

Bereits nach kurzer Zeit fand die Plattform viel Zuspruch; das Konzept wurde erweitert, und es kamen Bilder­galerien und Textforen sowie ein Online-Magazin hinzu. Die Sklaven­zentrale entwickelte sich von einer Registrierungs­stelle zu einer großen BDSM-Community und einem sozialen Netzwerk[wp].[2]

Mitglieder

Im Januar 2017 waren rund 220.000 Mitglieder in der Sklavenzentrale als Subs, Tops oder Switcher registriert. Etwa 47.000 Mitglieder haben das so genannte "Real-Zeichen", das heißt andere Benutzer haben bestätigt, das Mitglied persönlich zu kennen.

Jedem registrierten Mitglied wird kostenfrei ein Basisprofil zur Verfügung gestellt, das mit Bildern, Freitext und Angaben zur Person sowie Neigungen und sexuellen Präferenzen versehen werden kann. Es kann ein Tagebuch geführt sowie eine Übersicht der geplanten Veranstaltungs­besuche und Vernetzungen mit anderen Mitgliedern dargestellt werden.[3]

Funktionen

Neben Profilen, öffentlichen Diskussions­foren, Bilder­galerien und dem Online-Magazin hat die Sklavenzentrale mehrere Chaträume, einen umfangreichen Termin- und Veranstaltungs­kalender sowie ein Klein- und Kontakt­anzeigenmodul. Dazu kommen noch geschlossene Benutzergruppen mit und ohne BDSM-Bezug, davon sind 586 so genannte Zirkel[4] 332 Gruppen und 596 Stammtische[5], die jeweils über eigene, nicht-öffentliche Foren und einen Chatraum verfügen sowie über eigene Bild- und Foto­galerien. Teilweise stehen diese Bereiche auch nicht registrierten Benutzern offen, zum Teil sind zur Nutzung eine gebührenfreie Registrierung und auch das Real-Zeichen erforderlich. Der Erwerb eines gebühren­pflichtigen Premium-Accounts erlaubt Zugriff auf weitere Features.

Jugendschutz

Die öffentlich einsehbaren Bereiche sind gemäß niederländischem und deutschem Gesetz jugendfrei. Bereiche mit nicht jugendfreien Inhalten sind nur nach Altersprüfung durch verschiedene zugelassene Alters­verifikations­systeme oder über ein F2F-System über Handelspartner (Shops, Party­locations usw.) zugänglich. Die Seite war im Oktober 2011 von der Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien indiziert worden und wurde im April 2019 wieder aus der Liste gestrichen.[6]

Einordnung

Anders als der Name vermuten lässt, ist oder war die SZ keine Community für Sklaven oder Sklavinnen, allein schon aus dem Grund, dass es davon wahrscheinlich wirklich sehr wenige gibt. Die SZ ist einfach eine normale Fetish Community für alle Arten von SMler.

Weil es in Deutschland nicht so viele Alternativen gibt (oder besser gesagt: nicht mehr), wurde es quasi als Pflicht angesehen, sich in der Sklaven­zentrale zu registrieren, sobald man BDSM betreibt. Heutzutage ist es dort so, dass man Geld dafür bezahlen kann, neue Mitglieder als erstes anschreiben zu dürfen. Offenbar stecken nun viel Geld und Macht dahinter, was dazu geführt hat, dass sich viele SMler abgewandt und sich nach Alternativen umgesehen haben.

Ein Insider berichtet:

Zitat: «Den Namen Sklavenzentrale hat man wohl nur gewählt, weil er gut und passend klingt und weil die Domain noch frei war. Echte Sklavinnen habe ich auf der SZ wenig gesehen, dafür vielmehr Models, die dadurch einfach ihre Popularität steigern wollten.

Die Beschreibung auf Wikipedia klingt schon sehr geschönt. So, als ob die Betreiber der Seite selbst die Beschreibung geliefert hätten.

In der Praxis war es eher so, dass es dort viele Einsteiger gab, einfach weil sie nicht wussten, wo sie sonst hingehen sollten. Es gibt dort auch Foren, was aber ohne Erfahrung recht gefährlich war, wegen dem "abfischen" oder anschreiben gegen Geld.

Ansonsten gab es dort auch "alle Anderen!". Denn ein Profil und eine Nummer von der SZ gehörten für einen richtigen SMler einfach dazu. Auch konnte man sich dort recht gut austauschen. Der Chat war ähnlich zu Facebook, das heißt man konnte dort gut Erfahrungen und alles austauschen und auch immer schauen, mit wem man schon geschrieben hatte. Auch gibt es Freundschaften, Verknüfungen und man konnte im eingebauten Chat sogar Bilder verschicken, allerdings nur maximal fünf.

Mittlerweile ist es dort so, dass alle Chats nach sieben Tagen komplett gelöscht werden, außer man ist Premium-Mitglied und bezahlt.»

Inzwischen sind viele SMler zu Fetlife.com gewechselt und in Deutschland zu Joyclub. Obwohl die eigentlich eine normale Partnerbörse sind und auch Geld nehmen, sind sie um einiges seriöser, da man nicht doppelt und dreifach zahlen muss, sondern nur die normale Mitgliedgebühr.

Zitate

Zitat: «Den Part verbal und mit diversen Handlungen aufgeilen, aber nicht zum Zuge kommen lassen. Dies kann in Verbindung mit einem KG stehen, kann aber auch ein reines sexuelles Machtspiel sein, um ein gewisses Ziel zu erreichen. Taktischer Sadismus auf psychologischer Basis. - den passiven Part sexuell erregen, den Orgasmus jedoch verweigern. Praktik wird gern mit der SM-Praktik "Keuschhaltung" kombiniert.» - Sklavenzentrale[7]
Zitat: «Fremdbestimmung ist das Bestimmtwerden durch eine andere Person, typischerweise in einem einverständlich geschaffenen Unterordnungsverhältnis

Im BDSM-Kontext regelmäßig die Folge einer einverständlichen Machtübertragung vom passiven auf den aktiven Part (→ DS). Zeitliche (→ 24/7) und inhaltliche (→ TPE; → EPE) Reichweite der Fremdbestimmung können große Unterschiede aufweisen.

Fremdbestimmung kann vom passiven Part als Geborgenheit erlebt, ersehnt und als Befreiung von der eigenen Verantwortungslast begrüßt werden. Wird sie als zu gering oder im Gegenteil dauerhaft seelisch belastend oder gar verletzend empfunden, kann dies ein Hinweis darauf sein, dass der Umfang der Machtübertragung nicht oder nicht mehr den Bedürfnissen der Beteiligten entspricht.» - Sklavenzentrale[8]

Zitat: «Bei der Fixierung wird der passive Partner festgebunden oder angekettet, so dass sich dieser in dem fixierten Bereich kaum oder nicht mehr bewegen kann.

Eine Fixierung kann auch über spezielle Möbel (Pranger, Fixierungs­stuhl, usw.) oder auch andere Konstruktionen (Gestänge mit Einklemmen der Extremitäten oder Genitalien) erfolgen.



Der Begriff "Fixierung" steht im SM für die Fixierung des meist devoten Parts. Als Fixierungsmittel können dafür alle denkbaren und undenkbaren Mittel dienen. Zumeist sind dies Ketten, Hand und Fußmanschetten, Halsbänder, aber auch Dinge wie zum Beispiel Segufix. In softeren SM-Spielen werden auch gerne Tücher verwendet.

Der fixierte Part mag die Wehrlosigkeit, das Hilflose, die Unausweichlichkeit durch die Fixierung.» - Sklavenzentrale[9]

Zitat: «Ergänzung: Das Wort Nackthaltung allein impliziert noch keinen permanenten Zeitraum! Die Dauer der Nackthaltung kann individuell variieren und sich somit auch bloß auf eine so genannten Session beschränken. Dies liegt immer im Ermessen des Tops.

Das Gefühl der Scham und Demütigung beim Bottom kann noch gesteigert werden, wenn Top im Gegensatz zu ihm vollständig bekleidet ist. (Siehe hierzu auch CMNF sowie CFNM)



Nackthaltung vor allem im Gegensatz zu BDSM in (Fetisch-)Kleidung.

Wer sein Gegenüber nackt hält (aktiv), möchte hierdurch zum einen seine Macht demonstrieren, zum anderen dem passiven Part leichter Streichel­einheiten oder eben das Gegenteil zukommen lassen.

Wer sich nackt halten lässt (passiv) sollte damit rechnen, dass es durch die leicht zugänglichen Genitalien zu Berührungen und auch sexueller Stimulation kommen kann. Meistens ist das dann auch so gewollt, sonst muss ein Stück untenrum anbleiben, dann ist es aber auch keine klassische Nackt­haltung mehr.

Eine Vereinbarung könnte sein, dass der passive Part stets unaufgefordert für seine Nacktheit im größt­möglichen Maße zu sorgen hat. Nackt­haltung sollte natürlich nur an Orten stattfinden, wo es das Gesetz und (!) die Temperaturen erlauben.» - Sklavenzentrale[10]

Zitat: «Über dem Kopf, vor dem Gesicht oder vor Teilen des Gesichts getragene, Struktur aus Leder, Latex, Pappe, Holz oder anderem leichten Material. Ist im BDSM-Kontext meist gesichtslos, kann aber auch das Gesicht einer bestimmten Figur oder einen bestimmten Gesichts­ausdruck darstellen.

Gesichtslose Masken dienen im BDSM häufig der (→) Objektifizierung, Demütigung und/oder Entmenschlichung des Bottom. Manche Masken können gleichzeitig Atemkontrolle, Sinnesentzug und/oder Knebelung bewirken. Hersteller von BDSM-Toys bieten zahlreiche Varianten für Augen, ganzes Gesicht oder den ganzen Kopf an, die bisweilen bestimmte eingebaute Vorrichtungen zur Knebelung oder Einführung von Flüssigkeiten auch gegen den Willen des Bottom haben.

Traditionelle venezianische Masken, Tribal Masks, Karnevals­masken oder Masken mit Gesichts­ausdruck können im Rahmen von (→) Rollenspielen Verwendung finden oder Teil eines Fetisch-Outfits sein.

Events und Parties mit Maskenzwang (oder der Möglichkeit, sich zu maskieren) sind traditionell Möglichkeiten im Schutze der persönlichen Anonymität gesellschaftlich weniger tolerierten Vergnügungen nachzugehen.

In der BDSM- und Fetisch-Fotographie werden Masken verwendet, um den Bildeffekt zu gewähr­leisen/steigern und/oder die Anonymität des Models zu gewährleisten.» - Sklavenzentrale[11]

Einzelnachweise

  1. 1,0 1,1 10 Jahre Sklavenzentrale, Schlagzeilen[wp] am 29. September 2013
  2. Elisabeth Wagner: Grenzbewusster Sadomasochismus: SM-Sexualität zwischen Normbruch und Normbestätigung, Transcript Verlag, 2014, ISBN 978-3-8394-2870-2, S. 43
  3. Sklavenzentrale: FAQ - Häufig gestellte Fragen an die Sklavenzentrale[archiviert am 9. Februar 2017]
  4. Sklavenzentrale: Zirkel[archiviert am 9. Februar 2017]
  5. öffentlich einsehbar, Stand 1/2017
  6. Indizierung von www.sklavenzentrale.com aufgehoben, Schlagzeilen am 13. Mai 2019
  7. Sklavenzentrale: Erregen & Verweigern (Tease & Denial)
  8. Sklavenzentrale: Fremdbestimmung (Power Exchange)
  9. Sklavenzentrale: Fixierung (Fixation)
  10. Sklavenzentrale: Nackthaltung (Kept Nude)
  11. Sklavenzentrale: Masken (Mask)

Netzverweise

Querverweise