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Pony-Spiel

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BDSM
BDSM Collar and Chain.jpg
Frau trägt ein Halsband mit angebrachter Kette
Aspekte
B&D, B/D oder BD Fesselung und Disziplinierung
D&s, D/s oder Ds Dominanz und Unterwerfung
S&M, S/M oder SM Sadismus und Masochismus
Rollen
Top/​Dominant Partner, der die Aktivität durchführt oder steuert
Bottom/​Sub­missive Partner, der empfängt oder kontrolliert wird
Switcher wechselt zwischen den Rollen

Das Pony-Spiel ist ein Rollenspiel, das zur übergeordneten Kategorie Tierrollenspiel zählt, wozu auch Hundespiel, Schweinespiel oder andere Animal-Play-Spiele gehören, bei denen sich Sklaven in die Rolle eines Tieres begeben. Im Pony-Spiel wird das menschliche Pony wie ein echtes Pferd gehalten, beispielsweise in einem Außenstall, bekommt Futter aus einem Trog oder Wasser aus einer Tränke.

Haustiere und Besitzer verständigen sich vor Beginn des Pony-Spiels auf die Art des Spielinhaltes. Dieser ist meist nicht sexuell, sondern dient der Pony-Erziehung, Dressur auch durch körperliche Züchtigung und der Benutzung als Reitsklave oder Zugtier. Das menschliche Pony kann nämlich von der Herrschaft dressiert werden wie ein echtes Pony und mit dem zugehörigen Pony-Spiel-Zubehör ausgestattet werden. Dazu zählen beispielsweise: Pferdemaske, Zaumzeug, Trense, Pony-Ohren oder auch Pony-Schuhe, die nur eine bestimmte, pferde­ähnliche Gangart zulassen.

Das menschliche Pony wird als Reitsklave von der Pony-Herrin benutzt, weshalb das Pony-Spiel zumeist im Außenbereich stattfindet. Die Herrschaft reitet auf dem Rücken des Ponyboy, der sich auf allen vieren fortbewegt, und wird von ihr beispielsweise durch eine Reitgerte angetrieben. Aber auch auf den Schultern eines menschlichen Ponys kann die Herrschaft reiten.

Ein Ausritt in die Natur kann sowohl in einem Sulky[wp] als auch einer Kutsche[wp] erfolgen, vor die der Ponysklave gespannt wird. Er muss dazu körperlich durch­trainiert sein, denn derartige Reitspiele verlangen dem menschlichen Pony ein gewisses Maß an physischer Kraft und Ausdauer ab. Bei Sulky-Rennen, bei denen mehrere Ponys, vor die Sulkys ihrer jeweiligen aktiven Partner gespannt werden, um gegen­einander anzutreten, können die Reitsklaven ihren Gehorsam und ihre körperliche Kraft und Ausdauer unter Beweis stellen.

Für Ponysklaven ist es oftmals leichter, sich in der Rolle des menschlichen Pferdes der Befehlsgewalt des Besitzers unter­zu­ordnen. Im so genannten Petplay nehmen sie im übertragenen Sinne eine vollständig andere Gestalt an, die auch durch entsprechende Pony-Ausstattung ergänzt wird.

Als menschliches Pony folgt der Reitsklave gehorsam, lässt sich in der Pony-Dressur erziehen und genießt seine Aufgabe, den Besitzer zu tragen oder zu ziehen. Demut, Unterwürfigkeit und stolzer Gehorsam zeichnen den Pony-Spiel-Sklaven aus.[1]

Hufstiefel
Tierspiel - Rollen
Rollenspiel Aktive Rolle Passive Rolle
Tierspiel Besitzer Tier
Pony Trainer, Reiter Ponygirl
Hund Besitzer, Hund­trainer Hundchen, Welpe
Katze Besitzer Catgirl
Zitat: «Das Ponyplay (Equus eroticus, Liebespferd) ist das in der BDSM-Szene wohl geläufigste Sinnbild für das Tierrollen­spiel und gehört auch außerhalb der Szene zu den bekanntesten Spielarten. Hierbei nimmt der Bottom die Rolle eines Pferdes oder eines Ponys ein. Unterschieden werden hier gelegentlich Dressurponys, Reittiere und Arbeits­pferde (beast of burden), die jeweils ihrer Rolle entsprechende Aufgaben haben und von ihrem Besitzer (Trainer, Reiter) zur Erfüllung ihrer Aufgaben dressiert werden. Zum Teil werden sehr aufwendige Geschirre (Harness), Wagen (Sulky[wp]) und sonstige Arbeits­geräte angefertigt und auch im Freien in meist vor der Öffentlichkeit geschützten Umgebungen benutzt. Typischer­weise gehören hier Reitgerte, Peitsche und Beißknebel (trensen­artiger Knebel) zu den Sinnbildern für die Unterwerfung des Ponys unter den Willen seines Besitzers.» - Wikipedia[2]
Ponygirl mit Kopfgeschirr, Scheu­klappen und Trensen­knebel.


Verhalten (Pferd)

Das Pferd ist ein typisches Herdentier und hat deshalb eine ausgeprägte Körpersprache zur Verständigung der Tiere untereinander.

Die beweglichen Ohrmuscheln können in alle Richtungen gestellt werden. Stehend abwechselnd nach vorne und hinten gerichtet, zeigt das Pferd Aufmerksamkeit und Neugierde, auch gegenüber dem Reiter und Kutscher. Werden die Ohren jedoch nach hinten an den Kopf angelegt, ist dies eine Warnung an einen vermeintlichen Aggressor und signalisiert meistens die bevorstehende Abwehr einer empfundenen Bedrohung oder eines Unterwerfungs­versuchs mit Hufen oder Zähnen. Hängen die Ohren schlapp zur Seite, so ist dies entweder ein Zeichen für Unwohlsein und/oder Müdigkeit oder ein Ausdruck von Unterwerfung, aber auch Entspannung. Letzteres kann, wenn die Augen dabei halb geschlossen sind, auch ein Zeichen für Zufriedenheit sein.

In der Regel bleiben Stuten in einer Gruppe zusammen, junge Hengste werden dagegen mit dem Erreichen der Geschlechtsreife vom Alphatier (stärkster Hengst) aus der Herde[wp] vertrieben und bilden dann Jungverbände. In diesen messen sie ihre Kräfte gegeneinander, um eines Tages eine eigene Herde zu erobern, indem sie den Leithengst zu einem Kampf herausfordern und besiegen. Vielfach leben ausgewachsene oder ältere Hengste auch als Einzeltiere.

Manchmal lösen sich einzelne oder mehrere Stuten aus einer bestehenden Gruppe heraus und schließen sich anderen Gruppen oder einem jüngeren Hengst an und bilden mit ihm eine neue Gruppe.

Hengst

Hengste gelten wegen ihres starken Geschlechtstriebs und manchmal auch wegen ihrer hormon­bedingten Aggressivität als schwer berechenbar. Wittert der Hengst eine rossige Stute, versucht er meist alles, um zu ihr zu gelangen - bei unangepasster Einzäunung der Weide oder des Stalls ziehen sich Hengste dabei oftmals Verletzungen zu. Sie werden deshalb meist auf eigenen Weiden oder in abgetrennten Ställen gehalten.[3]

Pony

Ein Pferd mit Stockmaß bis 148 cm gilt als Pony[wp]. Die typischen Ponyrassen zeichnen sich durch starke Nerven und Leicht­futtrigkeit ("gute Futter­verwerter") aus. Verwendet werden sie als Reit-, Trag- und Zugtiere. Sie sind meist kräftig genug, auch Erwachsene zu tragen. Ponyrassen sind durch ihre Größe insbesondere für Kinder und kleinere, leichtere Erwachsene geeignet. Ponyreiter ist im Pferdesport die Altersklasse bis 16 Jahre.[4]

Zoomimik

Das menschliche Pony wird wie ein echtes Pferd gehalten, beispielsweise in einem Außenstall, bekommt Futter aus einem Trog oder Wasser aus einer Tränke.

Bei echter Zoomimik steht die "tierische" Rolle an sich im Vordergrund, das Bestreben vollständig als Pferd oder Pony ausstaffiert und behandelt zu werden, wobei dann Dressur, Reiten und Wagen­ziehen bzw. -rennen vorgenommen werden können. Für diese Spiele wird meist ein möglichst echt aussehendes Outfit angestrebt, zum Beispiel Pferdemaske, Pony-Ohren, Zaumzeug, Trense, Hufe/Pony-Schuhe, Pfoten, Pferdeschweif und ggfs. ein Sattel.

Spielelemente im BDSM

Das Tierrollenspiel besteht darin, das Verhalten und die Interaktion von Tier und Mensch im BDSM-Kontext möglichst realitätsgetreu nachzuspielen. Die Rolle als Pferd gestattet es, bestimmte Aspekte des BDSM zu priorisieren.

Körpergröße und -stärke
Zunächst einmal ist zu berücksichtigen, dass Pferde viel größer, schwerer und stärker sind als Menschen. Das gibt dem Pferdespiel eine besondere Note. Ein Pferd kann seinen Reiter abwerfen, mit den Hufen nach ihm schlagen, aufsteigen und sich losreißen. Die an den Besitzer gestellten Anforderungen sind in dieser Rolle höher als in anderen Rollenspielen.
Einen starken Hengst mit seinem starken Geschlechtstrieb und manchmal auch hormon­bedingter Aggressivität zu bändigen, erfordert seine sehr resolute Besitzerin.
Zureiten und Ausbildung
Der Begriff Zureiten bezeichnet das Zähmen und Einreiten wilder Pferde[wp] und wird ebenfalls benutzt, wenn ein Zuhälter ein Weib für die Prostitution gefügig macht. Zureiten bedeutet also im Zusammenhang zwischen­menschlicher Interaktion, einen Menschen durch regelmäßige psychische und physische Disziplinierung seines Willens nach Freiheit zu berauben, um ihn hörig zu machen.
In drei Stufen wird ein wildes Pferd zunächst gebändigt (sein Willen gebrochen), danach wird das Pferd eingeritten (Gewöhnung an das Tragen eines Sattels und Reiters) und zugeritten (Ausbildung zur Gehorsamkeit gegenüber den Reiter­befehlen). Eine weitere Ausbildung, die individuell unterschiedliche Schwerpunkte - verschiedene Elemente der Abrichtung und Dressur - umfasst, kann sich anschließen.
Im BDSM kann sowohl eine dominante Herrin einen unterwürfigen Mann zu einem Ponyboy als auch ein dominanter Herr ein unterwürfiges Weib zu einem Ponygirl zureiten, abrichten und dressieren, was einen integralen Bestandteil des Spiel­elements totalem Macht­austausch darstellt.
Stutenbissigkeit
Die Stutenbissigkeit ist ein Begriff aus der Verhaltensbiologie[wp] bei Pferden, der auf auf das Sozial­verhalten von Pferden in einem Herdenverbund zurückzuführen ist und in Anlehnung an die spezifischen Verhaltensweisen von Stuten im übertragenen Sinne eifersüchtiges Verhalten zwischen Weibern und davon wiederum abgeleitet auch neidisches und missgünstiges Verhalten allgemein bezeichnet.
Fluchtreflex
Als Beutetiere haben Pferde einen angeborenen Flucht-Instinkt[wp], weshalb sie lernen müssen, sich auf den Menschen zu verlassen, wenn es darum geht zu entscheiden, ob Flucht die richtige Reaktion auf eine unbekannte Situation ist. Sie dürfen sich nicht ausschließlich vom Instinkt[wp] leiten lassen.
Drei Maßnahmen helfen, mit dem Fluchtreflex umzugehen:
  • Der Reiter oder Kutscher überblickt das Umfeld und ist dazu in der Lage, mit der Situation adäquat umgehen und lenkt das Pferd in die gewünschte Richtung. Das Pferd muss also nicht mehr sehen als das, was genau vor ihm liegt. Das Sichtfeld und die Sichtweite des Pferdes können durch den Einsatz von Scheuklappen, insbesondere in Kombination mit einer Pferdemaske, derart eingeschränkt werden, sodass es nicht mehr dazu im Stande ist, alles, was es potenziell ängstigen oder verschrecken könnte, visuell wahrzunehmen.
  • Aufgrund seiner körperlichen Größe und Kraft muss ein Pferd sprichwörtlich "im Zaum" gehalten werden, weshalb die Anwendung von einschlägigen Hilfsmitteln, wie etwa Zaumzeug, Trense oder einem starken Harness es dem Halter ermöglicht, die Kontrolle über sein Pferd zu erlangen, was mit allerlei Bondage-Praktiken verbunden werden kann.
  • Die wichtigste Maßnahme ist jedoch die Vertrauensbildung zwischen Pferd und Halter, was dem Wunsch nach einer engen und intimen Beziehung der Beteiligten entgegenkommt.
Pferdehufe
Das Nachempfinden des Pferdehufs kann Teil einer detail­fixierten Gestaltung der Session sein. Sowohl Hufhandschuhe, die den Vorderhufen eines Pferdes nachempfunden sind und eine dem Fesselhandschuh vergleichbare Funktion ausüben, als auch mit Hufeisen beschlagbare Hufstiefel, die den Hinterhufen eines Pferdes nachempfunden sind und eine den High-Heels vergleichbare Funktion ausüben, können die Bewegungs­freiheit erheblich begrenzen.
Freizeitgestaltung
Das Pony-Spiel eignet sich hervorragend für gesellschaftliche Veranstaltungen wie Grill-Partys im Garten oder auf gras­bewachsenen, ebenen Flächen, wo die menschlichen Ponys und Pferde sich ganz ihrem Herdenverhalten hingeben können. Dressur­pferde bekommen die Gelegenheit, ihre Fähigkeiten als Renn- oder Zugtiere einem größeren Publikum vorzuführen. Und besonders weibliche Ponys können anlassgemäß hergerichtet ihre Zeige­freudigkeit ausleben.
Futter
Wie bei jedem Tierrollenspiel kann auch die Nahrungs­aufnahme des passiven Partners entsprechend angepasst werden. Die Nachahmung der Ernährungsweise von Pferden kann aber angesichts der Tatsache, dass selbige Grassfresser sind, nicht vollständig realitäts­getreu vorgenommen werden. Das Fressen aus einem Futtertrog und das Trinken aus einer Pferdetränke hingegen lassen sich wirklichkeits­gemäß nachstellen und damit sehr gut in das Spiel integrieren.
Unterbringung
Das Nächtigen kann auf Stroh, in einem "Stall" und mit einer Pferdedecke gestaltet werden.

Querverweise

Einzelnachweise

  1. Lady Dekadenz: Ponyplay
  2. Wikipedia: Petplay - Abschnitt "Pony/Pferd"
  3. Hauspferd - Abschnitt "Verhalten"[wp]
  4. WikipediaPony (Pferd)

Netzverweise