Helmut Josef Michael Kohl (1930-2017) war ein deutscher Politiker. Er amtierte von 1982 bis 1998 als sechster Bundeskanzler der Bundesrepublik Deutschland und war als solcher Chef einer CDU/CSU/FDP-Koalitionsregierung, womit er als Amtsinhaber mit der längsten Dienstzeit gilt. Kohl amtierte von 1969 bis 1976 als dritter Ministerpräsident des Landes Rheinland-Pfalz und von 1973 bis 1998 als Bundesvorsitzender, danach bis 2000 Ehrenvorsitzender seiner Partei.
In seinem Koalitionspapier versprach Kohl 1982, eine "geistig-moralische Wende" einzuleiten, was zum Schlagwort seiner Politik in der Frühphase seiner Amtszeit wurde. Er bereitete Angela Merkel auf die Übernahme seiner Nachfolge vor, die am 10. April 2000 zur Bundesparteivorsitzenden der CDU gewählt wurde.
Zitate
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«Die Bedeutung des gesprochenen Wortes tendiert gegen Null. (...) [Das gesprochene Wort] war eine Kommunikationsmethode, das ist es nicht mehr. Es ist nur noch Methode zur Verwirrung. Sie können alles sagen, aber nur, weil es keine Bedeutung mehr hat. Sie können auch Nonsens[wp] sagen, es fällt nicht auf Sie zurück. Man darf heute Wörter sagen wie Minuswachstum, ohne dass irgendjemand Sie für einen Schwachkopf hält. Oder das gute deutsche Ehrenwort. Mühsam hat's sich vom Zweiten Weltkrieg erholt, da kommt ein Pfälzer Gesäß und setzt sich drauf. Alles ohne jede Konsequenz! (...) Das Wort hat keine Bedeutung mehr. (...) Die Worte haben nur noch einen einzigen Zweck, sie dienen der Unterhaltung. (...) Wir stehen am Grab des Wortes. Es ist nicht schön gestorben. Es ist nicht vom Zensor erwürgt worden. Es ist als leere Worthülse im Brackwasser der Beliebigkeit ertrunken.»[1]
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«Satte, selbstzufriedene und mehrheitsverwöhnte Konservative sind es definitiv nicht gewohnt, im gesellschaftlichen Diskurs selber kämpfen zu müssen. Politik macht man nicht auf der Straße. Nur allzu lange hatte man Adenauer[wp] und Kohl, den Strauß[wp] aus Bayern und die FAZ in der Hand, hinter der sich der kluge Kopf verstecken konnte. Urgemütlich war es in Spießerdeutschland. Nur so konnte eigentlich der Marsch durch die Institutionen[wp] gelingen. Lasst die Hippies[wp] und Gammler[wp] es doch probieren, hörten die 50-jährigen als Kind die Alten sagen. Heute sitzen genau die an den Schaltstellen der Gesellschaft, nämlich in Behörden, Schulen, Gerichten und Redaktionen, auf die die Altvorderen verächtlich herabgeschaut haben.»[2]
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«Bimbes[anm 1] war für Kohl das tägliche Brot, mit dem er sein Machtsystem fütterte.»[3]
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Anmerkungen
- ↑ Der Begriff "Bimbes" steht im Zusammenhang mit dem ehemaligen Bundeskanzler Helmut Kohl für unversteuerte Parteispenden und schwarze Kassen. Er prägte die Diskussion um die CDU-Spendenaffäre ab dem Jahr 1999.
Das ursprünglich aus dem pfälzischen Dialekt stammende Wort "Bimbes" bezeichnet umgangssprachlich Geld oder Bargeld.
Einzelnachweise
Netzverweise
- Wikipedia führt einen Artikel über Helmut Kohl, Geistig-moralische Wende
- Bimbes: Die schwarzen Kassen des Helmut Kohl, imdb.com, Fernsehfilm, 2017
- Jürgen Fritz: Wie die CDU über Jahrzehnte hinweg das eigene Volk belogen und betrogen hat, 5. Dezember 2017
- Dietmar Neuerer: Integrations-Debatte: Kohl verteidigt umstrittene Türkei-Äußerungen, Handelsblatt am 2. August 2013
- Helmut Kohl, verdruckster Patriarch, Der Spiegel am 17. April 2009
- Jürgen Leinemann, Paul Lersch und Hartmut Palmer: Der Bimbes-Kanzler, Der Spiegel am 20. Februar 2000
- Anreißer: Am Anfang und am Ende der CDU-Affäre steht Helmut Kohl. Das Geld war ein Mittel für ihn, Abhängigkeit zu schaffen, persönliche Beziehungen stellte er höher als Gesetze - und wie Konrad Adenauer verachtet auch Kohl seinen Erben.